comprovise präsentiert im Rahmen von ON - Neue Musik Köln in einem zweitägigen Festival zeitgenössische komponierte und improvisierte Musik und setzt bewusst einen Akzent auf die Gleichgewichtung und unmittelbare Gegenüberstellung beider musikalischen Schaffensformen. Zugleich untersucht es deren Berührungspunkte, überschneidungen, ihre Nähe und Distanz unter Berücksichtigung musikästhetischer, performativer sowie kulturpolitisch-soziologischer Aspekte. In abwechslungsreicher Ausgewogenheit sind in vier Konzertteilen acht Kompositionen (von Carola Bauckholt, Elisabeth Harnik, Christian Pfeiffer, Melvyn Poore, Frederic Rzewski, Caspar Johannes Walter und Jennifer Walshe) und acht Duo- bis Quartett-Improvisationen zu hören. Den Abschluss bildet eine von Richard Barrett vorbereitete und von allen Teilnehmern realisierte "Komprovisation". Zur Vertiefung der Thematik ergänzen Podiumsrunden und publikumsoffene Diskussionen-eingeleitet und moderiert von Björn Gottstein-das Festivalprogramm, welche dazu einladen, sich mit der Geschichte, ästhetik und Rezeption von Improvisation und Komposition auch auf theoretischer Ebene auseinanderzusetzen.


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PROGRAMM:

19 06 09 FR
18h00 PODIUM 1
[Z/S]eitensprünge | Nähe und Ferne improvisierter und komponierter Musik in Geschichte und Gegenwart
Referat & Diskussion
Moderation: Björn Gottstein
20h00 KONZERT 1
Frederic Rzewski
Roger Turner
Klavier
Schlagzeug & Perkussion
Jennifer Walshe
Burkhard Stangl
Stimme
Gitarre
Melvyn Poore
Melvyn Poore
Donne That (2009)
für Tuba und Elektronik
Tuba/Elektronik
Anton Lukoszevieze
Elisabeth Harnik
Lê Quan Ninh
Cello
Klavier
Perkussion
21h30 KONZERT 2
Thürmchen Ensemble
Christian Pfeiffer
aphel aber (2008)
Miniatur für Bassklarinette, Cello und Klavier
Melvyn Poore
Richard Barrett
Elisabeth Harnik
Tuba
Elektronik
Klavier
Jennifer Walshe
Jennifer Walshe
The Dowager Marchylove's The Wasistas of Thereswhere
für Stimme und Elektronik
Stimme/Elektronik
Thürmchen Ensemble
Carola Bauckholt
Klarinettentrio (1993)
für Klarinette, Cello, Klavier
20 06 09 SA
18h00 PODIUM 2
[Anti]Materie | Musikästhetische und performative Aspekte
Referat & Diskussion
Moderation: Björn Gottstein
20h00 KONZERT 3
Thürmchen Ensemble
Elisabeth Harnik
šum (2004)
für Klarinette, Cello, Klavier
Richard Barrett
Lê Quan Ninh
Elektronik
Perkussion
Frederic Rzewski
Frederic Rzewski
Nanosonatas, Book 5 (2008)
für Klavier
Klavier
Burkhard Stangl
Anton Lukoszevieze
Roger Turner
Gitarre
Cello
Schlagzeug & Perkussion
21h30 KONZERT 4
Anton Lukoszevieze
Jennifer Walshe
This is why people o.d. on pills/and jump from the Golden Gate Bridge (2004)
Fassung für Cello Solo
Cello
Melvyn Poore
Burkhard Stangl
Frederic Rzewski
Lê Quan Ninh
Tuba
Gitarre
Klavier
Perkussion
Thürmchen Ensemble
Caspar Johannes Walter
durchscheinende Etüde IV/d (1992/93)
17 sehr kurze Stücke für Klarinette, Cello und Klavier
Jennifer Walshe
Richard Barrett
Elisabeth Harnik
Roger Turner
Stimme
Elektronik
Klavier
Schlagzeug & Perkussion
Codex X
"Komprovisation" konzipiert von Richard Barrett und realisiert von allen Mitwirkenden.
23h00 PODIUM 3
[Rück]Kopplung | Publikumsoffene Gesprächsrunde
Moderation: Björn Gottstein

DAS SCHILLERN DES AUGENBLICKS

Improvisation und Komposition als Dispositive der Avantgarde

von Björn Gottstein


1. Man stelle sich vor, ich würde diesen Text schreiben, ohne mir eine Korrektur zu gestatten, ich würde die Gedanken beim Schreiben fassen und mit der dem im Zehnfingersystem geschulten Tipper möglichen Unmittelbarkeit zu Papier bringen. Es wäre zwangsläufig ... Ich müsste zwangsläufig begonnene Sätze abbrechen und von vorne beginnen, ich müsste zuvor Gesagtes relativieren. Der Text wäre umständlicher als ein in mehreren Etappen notierter, immer wieder ausgebesserter und revidierter Text, aber er würde auch eine gewisse Anschaulichkeit und Fasslichkeit des Gedankengangs ermöglichen. Eine solche "allmähliche Verfertigung des Gedankens beim Schreiben", um den Titel eines berühmten Aufsatzes von Kleist zu paraphrasieren, käme bis zu einem gewissen Grade einer Improvisation gleich. Das entspricht ganz einer Alltagsbeobachtung, die Keith Rowes einmal verallgemeinerte, dass wir nämlich alle ständig improvisieren, wenn wir zum Beispiel einen Freund im Supermarkt begegnen und uns mit ihm unterhalten.

Nun lässt sich das lockere Gespräch zwischen Käsetheke und Frühstückcerealien nur bedingt mit einer musikalischen Improvisation vergleichen. Und spätestens in dem Augenblick, in dem wir zwischen einem künstlerisch-schöpferischen Akt und dem der Pragmatik geschuldeten Verfassen eines Programmhefttextes einen qualitativen Unterschied benennen wollen, verliert der Vergleich seine Berechtigung. Gewiss ist es sinnvoll das für die Improvisation zentrale Moment der Performanz durch den Hinweis auf seine alle Bereiche des menschlichen Lebens durchdringende Bedeutung zu entweihen. Gleichzeitig gilt es festzuhalten, dass auch die Komposition häufig improvisatorische Züge trägt. Bernhard Lang zum Beispiel, der lange als Jazzmusiker aktiv war und auch in außereuropäischen Kontexten musiziert hat, hat sich eine Kurzschrift angewöhnt, die es ihm ermöglicht, inneren Ohres zu improvisieren und seine eigenen Klangvorstellungen in Echtzeit zu Papier zu bringen. Jo Kondo hält ebenfalls am Begriff der Improvisation fest; er reagiere mit jeder neuen Note, die er notiert, auf die vorhergehende, nur dass er sich bei der Entscheidung für eine bestimmte Note sehr viel Zeit lasse. Und dass Giacinto Scelsis Stücke allesamt transkribierte Improvisationen sind, ist ebenfalls bekannt.

2. Die vielleicht entscheidende Frage wäre die, ob zwischen einem Stück, das komponiert wurde, und demselben Stück, das aber aus der Improvisation heraus entstand, ein Unterschied besteht. Musik ist bekanntlich immer mehr als eine bloße Folge von Klang. Sie ist ein ästhetisch-sozialer Komplex, bei dem die Garderobe des Publikums genauso mitgedacht werden muss wie die Frequenz des Kammertons. Ihren Institutionen nach sind die komponierte Musik, die im bürgerlichen Konzertbetrieb zu Hause ist, und die improvisierte Musik, die lange mit dem Jazz gleichgesetzt wurde und die dort ihre zentralen Stätten etabliert hat, tatsächlich verschieden. Das Gediegene hier, das Verruchte dort. Während man sich im Konzertsaal eben nur schlecht von Kategorien wie Genie und Meister befreien kann, schwingt in jeder improvisierten Musik noch etwas mit vom ursprünglichen Impuls der afroamerikanischen Rebellion, die sich im Jazz manifestierte. Dass man eine Musik wie den Jazz überhaupt habe erfinden können, sei ein wesentlicher Grund gewesen, AMM zu gründen, erklärte Keith Rowe einmal rückblickend.

Die institutionelle Trennung zwischen komponierter und improvisierter Musik führt bisweilen zu eklatanten Missständen. In dem Maße, in dem sich die "Klassik" mit ihrer über Jahrhunderte hinweg erarbeiteten Reputation brüsten konnte, in dem sie am Komponisten als einer metaphysisch überhöhten Figur festhielt und ihre akademische Absicherung auch in Form von kulturpolitischer Lobbyarbeit nutzte, musste sich die improvisierte Musik mit dem Stigma des Vorübergehenden und Peripheren abfinden, was sich nicht zuletzt in der üblen Diskrepanz niederschlägt, die eine Verwertungsgesellschaft wie die GEMA zwischen den Bereichen festsetz.

3. Noch etwas anderes unterscheidet zwei identische Stücke komponierten und improvisierten Ursprungs: die Haltung des Hörers. Dadurch, dass der Hörer das Werden der Musik mitverfolgt, er den vermeintlichen Wissensvorsprung des Improvisatoren nicht zwangsläufig als hierarchisierend empfindet, Gestaltungskriterien und eine wie auch immer geartete Logik des Prozesses nachzuvollziehen, zumal wenn sie, wie gerade im Bereich der freien Improvisation der Fall, auch periphere Aspekte wie das Resonanzverhalten des Raums mit einbezieht. Der aus dem Moment heraus gestaltete Verlauf einer Improvisation versieht diese mit der Magie der Präsenz. Das, was Hans Ulrich Gumprecht mit Blick auf den Mannschaftssport einmal die "Epiphanie der Form" (1) genannt hat, ist auch in der Improvisation möglich.

Das ad hoc versieht die Improvisation allerdings mit dem Makel der Kontingenz, sofern ihr gelingen bis zu einem gewissen Grade von einer Reihe spontan getroffener Entscheidungen abhängt, womit nicht gesagt ist, dass es nicht genauso viel schlechte komponierte gibt Musik wie missratene Improvisationen. Gleichzeitig erfüllt die Improvisation die Forderung an Kunst, sie müsse neu, originell und authentisch sein, in einem weitaus höherem Maße, als dies der komponierten Musik gelingt, sofern sie aus dem Moment heraus empfunden ist und einen Anspruch auf Einzigartigkeit erhebt. Ja, sie führt, wie Edgar Landgraf anmerkt, zu "erhöhter Varietät" und steigert die "Reflexivität des System", indem sie aufmerksam macht auf das, "was als alt oder schon bekannt gelten soll und deshalb künstlerisch nicht mehr von Bedeutung sein darf" (2). Dass sich natürlich und gerade auch die improvisierte Musik vor Klischees und Stereotypen zu hüten hat, sei hier nur am Rande erwähnt.

4. Die Gründung der Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza in Rom 1964, AMM in London 1965 und Musica Elettronica Viva in Rom 1966 markieren einen in seiner Tragweite nicht zu überschätzenden Schnitt in der Musikgeschichte. Natürlich ist auch im Rahmen der musikalischen Avantgarde bis zu einem gewissen Grade improvisiert worden; die musikalische Aleatorik und die musikalische Grafik setzten zumindest einen offenen, durchlässigen Werkbegriff voraus. Dass sich aber Komponisten und Interpreten der klassischen Tradition der Improvisation widmeten, dass also der musikalische Ideenhorizont und die Klangvorstellung der neuen Musik in einer auf losen Übereinkünften basierenden, strukturell aufgelockerten musikalischen Praxis aufgehen sollten, reduzierte die Differenz zwischen den Bereichen auf einen esoterischen Rest. Die Komposition und die freie Improvisation kamen in wesentlichen Punkten zur Deckung: in ihrem Verzicht auf tonale Elemente, der Hinwendung zum Geräuschklang, der Integration elektroakustischer Mittel und dem Verzicht auf getaktete Metren. Auch wenn die drei genannten Gruppen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kamen, haben sie in den Sechzigerjahren, gemeinsam mit aus dem Jazz heraus entstandenen Befreiungsbestrebungen, wie man sie bei Derek Bailey oder Anthony Braxton beobachten konnte, die Idee der "freien Improvisation" begründet, die in den Neunzigerjahren dann als ästhetisches Paradigma Schule machte. Die Idee des Comprovisers, die sowohl einen auf in Echtzeit realisierten Klangkomplex zielenden Komponisten, als auch den strukturelle Zusammenhänge suchenden Improvisatoren meinen kann, ist unbedingt auf diesen musikhistorischen Schnitt zurückzuführen. Dass es heute noch klassisch geschulte Interpreten gibt, die, zur Improvisation aufgefordert, nach 15 Sekunden mit der Bemerkung, mehr hätten sie nicht zu sagen, verstummen, zeugt von einem Desiderat, dass sich erst allmählich verwirklichen lässt. Dort aber wo Werke entstehen, die Sinn, Zusammenhang und Form auf einer rudimentären Ebene vermitteln, die aber viele Einzelheiten offen lassen und den Interpreten dadurch am Entstehungsprozess des Werkes teilhaben lassen – und zwar in dem er aktiv Leerstellen füllt und nicht bloß reaktiv zwischen möglichen Lösungen auswählt – kann man vielleicht wirklich von einer komprovisierten Musik sprechen. Entscheidend ist nicht die formale Struktur, sondern das "momentane Schillern" (3) des Augenblicks, in dem Musik sich zur Magie erhebt.

(1) Hans Ulrich Gumbrecht "Epiphany of Form". In: Andreas Kablitz & Gunther Neumann (Hg.) Mimesis und Simulation. Freiburg i. Br. 1998, 517-539.

(2) Edgar Landgraf "Improvisation: Paradigma moderner Kunstproduktion und Ereignis". In: parapluie 17 (2003). http://parapluie.de/archiv/improvisation/kunstproduktion/

(3) Richard Rorty: Kontingenz, Ironie und Solidarität. Frankfurt a. M. 1992, 258. Den Hinweis auf Rorty verdanke ich dem Manuskript "Entwurf und Ereignis. Versuch über musikalische Gruppenkomposition im Moment ihrer Ausführung" von Burkhard Beins.

BIOGRAPHIEN:

Richard Barrett (GB) Computer / Elektronik
Richard Barrett, geboren 1959, studierte Komposition hauptsächlich bei Peter Wiegold und elektronische Komposition und Performance an Institut für Sonology in Den Haag. Gegenwärtig hat er eine Professur an der Brune-Universität in London. Sein Werk umfasst sowohl notierte Kompositionen als auch Improvisationen, die von Kammer- und Orchestermusik bis zur innovativen Nutzung von Live-Elektronik und Kooperationen mit bildenden Künstlern reicht. Seit 1986 ist er mit Paul Obermayer in dem Elektro-Duo FURT aufgetreten, das sich ab 2005 gelegentlich zum Oktett fORCH erweitert hat. Er arbeitet auch regelmäßig mit Improvisationsmusikern wie Evan Parker und Ute Wassermann zusammen sowie mit unzähligen Ensembles einschließlich lang andauernden Kooperationen mit Elision und Champ d'action.
www.furtlogic.com

Carola Bauckholt (D)
Carola Bauckholt, geboren 1959 in Krefeld. 1976 - 1984 Mitarbeit im TAM (Theater am Marienplatz, Krefeld). 1978 - 1984 Studium bei Mauricio Kagel an der Musikhochschule Köln. 1985 Mitbegründerin des Thürmchen Ensembles. Zentrales Moment der Kompositionen von Carola Bauckholt ist das Nachdenken über das Phänomen der Wahrnehmung und des Verstehens.
www.carolabauckholt.de

Björn Gottstein (D)
Björn Gottstein, geboren 1967, ist Musikwissenschaftler und -journalist aus Berlin mit den Arbeitsschwerpunkten Moderne, Avantgarde und elektronische Musik. Er moderiert regelmäßig Neue-Musik-Sendungen für den Westdeutschen Rundfunk, au§erdem Realisierungen von Musikfeatures für den Bayerischen Rundfunk, Südwestrundfunk, Hessischen Rundfunk und Deutschlandradio Kultur. Er ist als Kritiker für die "taz" tätig und veröffentlicht Fachtexte und Rezensionen in der "Neue Zeitschrift für Musik" den "MusikTexten" sowie internationalen Publikationen. Seit 2005 ist er Redaktionsbeirat der Zeitschrift "Positionen". 2006 erschien sein Buch "Musik als Ars Scientia" im Pfau-Verlag.
www.geraeuschen.de

Elisabeth Harnik (AT) Klavier
Elisabeth Harnik wurde 1970 in Graz geboren. Sie studierte zunächst Klassisches Klavier an der Musikhochschule Graz. Sowohl als Interpretin ihrer eigenen Kompositionen als auch als Pianistin und Sängerin in verschiedenen Bereichen der improvisierten Musik begann sie ihre künstlerische Laufbahn. Kompositionsstudien an der Kunstuniversität Graz folgten. Neben ihrer Kompositionstätigkeit ist sie als Improvisatorin auf nationalen und internationalen Festivals vertreten. Die Stadt Graz verlieh ihr den Musikförderpreis 2005. 2006 schloss sich ein Arbeitsstipendium des Bundeskanzleramts an. 2007 war sie österreichische Staatsstipendiatin für Komposition und erhielt den Würdigungspreis der Kunstuniversität Graz sowie das Andrzej-Dobrowolsky-Kompositionsstudium des Landes Steiermark.
www.elisabeth-harnik.at

Lê Quan Ninh (FR) Perkussion
Als klassisch ausgebildeter Perkussionist arbeitete Le Quan Ninh mit zeitgenössischen Musikensembles und ist Gründungsmitglied von Quatuor Helios, ein Schlagzeugquartett, das unter anderem John Cages Schlagzeugarbeiten aufgeführt hat. Als Improvisator wirkte er bei zahlreichen Veranstaltungen in Europa und Nordamerika mit und spielt regelmäßig mit Ensembles, die improvisierte akustische und elektroakustische Musik, Performances, Tanz, Dichtung, experimentelles Kino, Fotografie, Video verbinden. Mit der Cellistin Martine Altenburger gründete er 2006 das Ensemble]h[iatus, ein zeitgenössisches Musikensemble, dessen Mitglieder gleichzeitig Interpreten und Improvisatoren sind.
www.lequanninh.net

Anton Lukoszevieze (GB) Cello
Der Cellist Anton Lukoszevieze ist einer der mannigfaltigsten Künstler seiner Generation und bemerkenswert für seine Qualitäten auf dem Gebiet der Avantgarde, experimentellen und imrovisierten Musik. Er hat zahlreiche Performances in ganz Europa und den USA gegeben und auch häufig Radioprogramme gestaltet. Zusammenarbeit mit vielen Komponisten und Instrumentalisten wie David Behrman, Alvin Lucier, Amnon Wolman, Helmut Oehring, Christopher Fox, Philipp Corner, Alvin Curran und Phill Niblock. Anton Lukoszevieze ist Gründer und künstlerischer Leiter des Ensembles Apartment House, ein Mitglied des Kollektivs Zeitkratzer und hatte kürzlich sein Tanzdebüt mit der Vincent Dance Company in Broken Chords, Düsseldorf.
www.myspace.com/antonlukoszevieze

Christian Pfeiffer (D)
Christian Philipp Pfeiffer, geboren 1984 in Filderstadt, studierte seit 2004 an der Musikhochschule Stuttgart Schulmusik, seit 2005 Violoncello. Tutor im Institut für Musiktheorie und Komposition. Sein großes Interesse an zeitgenössischer Musik konkretisiert er seit 2006 durch Kompositionsunterreicht bei Caspar Johannes Walter. Rege cellistische Tätigkeit in verschiedenen Kammermusikbesetzungen vom Trio bis Oktett sowie im Ensemble musica viva stuttgart.

Melvyn Poore (D) Tuba
Wie weit man mit einem scheinbar unbeweglichen Instrument wie der Tuba gehen kann, klärt sich für Melvyn Poore erst während seines Studiums. Seine Erfahrungen als Music Director des Birmingham Arts Laboratory verstärken die Einsicht, dass es ein Tuba-Leben auch jenseits des Orchesteralltags geben muss. Erste Erfahrungen im Arts Lab mit Tonbändern und Elektronik führen Poore zu einer neuen Leidenschaft: der experimentellen Interaktion von akustischen Instrumenten und Technik, die nun gleichberechtigt neben rein akustischen Experimenten mit den Klangmöglichkeiten der Tuba stehen. Seine langjährigen Erfahrungen gibt Poore als Interpret, Komponist und Dozent weiter.
www.poore.de

Frederic Rzewski (USA/B) Klavier
Frederic Rzewski, geboren 1938 in Westfield Massachusetts, studierte Musik u. a. bei Walter Piston, Roger Sessions und Milton Babbitt an den Universitäten Harvard und Princeton. 1960 ging er nach Italien, wo er bei Luigi Dallapiccolla lehrte, womit gleichzeitig eine Karriere als Interpret neuer Klaviermusik begann. Mitte der 60er gründete er zusammen mit Alvin Curran und Richard Teitelbaum die Gruppe MEV (Musica Elettronica Viva), die schnell Bedeutung erlangte für ihre Pionierarbeit in Live-Elektronik und Improvisation und die er später für eigene Kompositionen nutzte. Während der 70er experimentierte Rzewski weiter mit musikalischen Formen, in welchen Stil und Sprache wie strukturelle Elemente behandelt wurden. Einige Stücke für größere Ensembles entstanden zwischen 1979 und 1981, die eine Rückkehr zur graphischen Notation zeigen, während die meisten seiner Werke in den 80ern neue Wege der Zwölftontechnik erforschten. Eine freie, mehr spontane Annäherung im Schaffen Rzewskis kann dagegen mehr in seinen jüngeren Kompositionen gefunden werden. Seit 1983 ist er Professor für Komposition am Conservatoire Royale des Musique in Lyon.
www.kcstudio.com/rzewski2.html

Burkhard Stangl (AT) Gitarre
Burkhard Stangl, geboren 1960, arbeitet in den Bereichen experimentelle Improvisation, elektronische und neue Musik. Studium der Ethnologie und Musikwissenschaft. In den 80ern erste Bands und Gitarrist bei Franz Koglmann, in den späten 90ern zunehmend Arbeiten in elektroakustischen Kontexten. Kompositionen unter anderem für das Klangforum Wien, Monoblue Quartet, Maxixe, Hortus Musicus, Binar und Experimentalfilme von Gustav Deutsch. über 50 CD-Veröffentlichungen, publizistische Tätigkeit, Konzerte und Teilnahme an Festivals in Europa, Amerika, Asien und Afrika. Lebt und arbeitet in Wien.
http://stangl.klingt.org

Roger Turner (GB) Schlagzeug, Perkussion
Roger Turner wuchs im strengen, jazz-orientierten Umfeld der britischen Canterbury-Szene der 60er Jahre auf. Seit 1974 konzentrierte sich seine Arbeit in der Erforschung einer persönlich gefärbten Perkussionssprache durch den Prozess von Improvisationen. Soloarbeiten, Kollaborationen mit experimentellen Rockmusikern, intensive Aktivitäten mit Tanz, Film und Videoprojektionen, Mitwirkung in zahllosen Jazz-Ensembles und Workshops sind Teil dieser Entwicklung. Sein Hauptaugenmerk liegt derzeit auf Begegnungen mit einigen der einflussreichsten europäischen und internationalen Musikern auf dem Gebiet der improvisierten Musik. Gegenwärtig arbeitet er fest zusammen mit Konk Pack (Tim Hodgkinson und Thomas Lehn, im Duo mit Annette Peacock, mit den Recedents (Lol Coxhill und Mike Cooper), dem Phil Minton Quartett etc.
www.efi.group.shef.ac.uk/mturner.html

Jennifer Walshe (IR / USA) Stimme
Jennifer Walshe, geboren 1974 in Dublin, Irland. Sie studierte Komposition an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Dublin und promovierte 2002 an der Northwestern University, Chaicago. Ihre Kompositionen wurden überall in Europa, den USA und Kanada aufgeführt. In Ergänzung ihrer Aktivitäten als Komponistin trat sie häufig als Sängerin auf, spezialisiert in ausgefeilten Vokal-Techniken. Viele ihrer jüngsten Werke wurden in Auftrag gegeben für ihre Stimme in Verbindung mit anderen Instrumenten. Jennifer Walshe ist ebenso aktiv als Improvisatorin tätig, die regelmäßig mit Musikern in Europa und den Vereinigten Staaten spielt.
www.milker.org

Thürmchen Ensemble
Das Thürmchen Ensemble, 1991 von den Komponisten Carola Bauckholt, Caspar Johannes Walter und Roland Kluttig in Köln gegründet, widmet sich der zeitgenössischen, experimentellen Musik. Die Vorlieben des Ensembles fŸr Werke, die ästhetisch eigenwillig sind und kompositorisch Neuland erobern, dokumentieren sich in den über achtzig Uraufführungen und zahlreichen deutschen Erstaufführungen der letzten Jahre sowie CD Produktionen. Das Thürmchen Ensemble fördert gezielt Komponistinnen und Komponisten aus verschiedenen Ländern, die bisher wenig an die Öffentlichkeit getreten sind.
www.thuermchen.de

Dorothea Eppendorf (D) Klavier
Die in Köln lebende Pianistin Dorothea Eppendorf widmet sich sowohl dem klassisch-romantischen Repertoire als auch intensiv der zeitgenössischen Musik. Sie studierte in Berlin, Hannover und in der Meisterklasse von David Levine in Düsseldorf. Außerdem war sie als Stipendiatin der Fondation les Treilles in Frankreich Schülerin von Claude Helffer. Dorothea Eppendorf ist Dozentin an der Kölner Hochschule für Musik sowie an der Folkwang-Hochschule Essen.
www.thuermchen.de

Diego Montes (AR/D) Klarinette
Diego Montes, geboren 1958 in Cordoba, Argentinien, studierte Klarinette am Konservatorium in Cordoba und an der Folkwanghochschule in Essen. Seine Konzerttätigkeit umfasst die Bereiche der Neuen Musik, zum Beispiel als Mitglied des WNC-Ensembles, des Thürmchen Ensembles und des Alea-Ensembles und der Alten Musik in historischer Aufführungspraxis, wie bei den Musiciens de Louvre und im Concerto Köln.
www.thuermchen.de

Caspar Johannes Walter (D) Cello
Caspar Johannes Walter, geboren 1964 in Frankfurt / Main, hatte Kompositionsunterricht bei Volker David Kirchner in Wiesbaden sowie Johannes Fritsch und Klarenz Barlow an der Musikhochschule Köln. 1985 war er Mitbegründer des Kölner Thürmchen Verlags. Er erhielt eine Reihe bedeutender Kompositionspreise, 1988 wurde ihm das Förderstipendium für Musik der Stadt Köln zugesprochen, 1996/96 nahm er das Stipendium im Künstlerhof Schreyahn / Niedersachsen wahr und war 1998/99 Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Caspar Johannes Walter repräsentierte die junge Kölner Musikergeneration bei Austauschprojekten des Goethe-Instituts in New York (1989) und Atlanta (1993) und seine Stücke wurden zur Teilnahme an den Weltmusiktagen 1994 in Stockholm und 1996 in Kopenhagen ausgewählt. Sein Interesse als Interpret - Cellist im Thürmchen Ensemble - gilt vor allem jüngeren Komponisten und Komponistinnen aus den Bereichen der experimentellen Musik und des Musiktheaters.
www.thuermchen.de